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Europas Rechtspopulisten

Siehe auch: Nazistrategien

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Dokutip: “White Terror”

Die Filmbeschreibung:

Im Laufe der letzten fünf Jahre hat sich innerhalb der radikalen Gruppen der Rechtsextremisten eine bedeutende Wandlung vollzogen. Die Veteranen sind entweder zu alt für den politischen Kampf geworden oder inzwischen verstorben. Neue Ideologen tauchen überall in Europa, Nordamerika und Russland auf. Sie haben nicht immer einen kahl rasierten Schädel und sie haben Unternehmen, Vertriebsfirmen, Musikclubs, Zeitschriften, Verlage oder auch Internetseiten gegründet und alte Symbole durch neue ersetzt.
Als Ergebnis einer zunehmenden Globalisierung, der Auflösung klarer Grenzen und einer rasanten Verbreitung neuer Technologien mussten die USA und Schweden schockiert feststellen, dass ihre Jugend zu rassistischer Gewalt anstachelt, dass diese zunehmend die ganze westliche Welt, aber auch Russland und seine Nachbarländer angesteckt hat. Die über das Internet und eine zunehmende Zahl von Büchern, Pamphleten, Zeitschriften, CDs, Audio- und Videokassetten verbreitete rassistische Propaganda gewinnt eine ständig wachsende Zuhörerschaft. In diesem Zusammenhang scheint die neonazistische Ideologie neue Territorien erobert und einen fruchtbaren Boden für ihre Propaganda gefunden zu haben.
Für ihre Jugend ist die Vergangenheit virtuelle Geschichte, in der das Reale nicht von seiner Nachahmung unterschieden werden kann. Ihre Vorstellungen von der Zukunft sind düster und bedrohlich. Nahezu 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die USA zur Hochburg des Neonazismus geworden.

Die Doku dauert ca. 1,5 Stunden und lässt sich –> hier ansehen.


Brinkmann verlässt die Pro-“Bewegung”

Der NPD-Blog schreibt:

“Es hat sich in den letzen Tagen und Wochen gezeigt, dass pro Deutschland sich nicht so entwicklen wird, wie ich das ursprünglich gedacht hatte.” Mit diesen Worten erklärt der schwedisch-deutsche Rechtsextremist Patrik Brinkmann eine weitere Kehrtwende in seiner Tingeltour durch die extreme Rechte. Er wünsche der pro-Bewegung aber “natürlich weiterhin eine gute Entwicklung, und ich stehe auch weiterhin bereit, um zu dieser Entwicklung beizutragen”.

Hier kann man alles lesen.

Nun habe ich mich tatsächlich zunächst gewundert. Angesichts der Ereignisse bezüglich der Islamistischen Flotille, die das Israelische Militär auf eine Prüfung stellte, gab es überhaupt keine Reaktion seitens Pro-NRW. Für mich konnte dies nur bedeuten, dass die zeitweise angedeutete Israelsolidarität lediglich eine Luftnummer war. Tatsächlich nämlich ist Pro-NRW ideologisch nach wie vor eine typisch Deutsche rechtsextreme Partei, die Israel ablehnt, und demzufolge Antisemitisch ist.

Beim NPD-Blog werden mögliche Gründe für die ideologischen Differenzen ebenfalls dargelegt:

Nach Angaben des schwedischen Radios besteht der Hauptunterschied zwischen den “Schwedischen Nationaldemokraten” und der deutschen NPD genau in ihren Positionen zu Israel. Die schwedischen Rechtsextremen definierten sich als Freunde Israels, die NPD schwärmt hingegen für das antisemitische Regime im Iran.

Mit Israelfeindlichen Positionen kommt man in Deutschland bei ausnahmslos allen Parteien an. Eine konsequent israelfreundliche Partei wäre etwas wirklich neues. Israelfreundliche Menschen hingegen gibt es, sie haben es in Deutschlands politischer Landschaft jedoch wirklich schwer. Aber in Verbindung mit Nationalismus… Never. Es müsste schon irgendwie links oder liberal orientiert sein.


„Jihad Jane“ auf Mohammed-Zeichner angesetzt (Karikatur inside)

Ein gegen den schwedischen Zeichner Lars Vilks gerichteter Mordkomplott wurde aufgedeckt. Die US-Amerikanerin Colleen LaRose kundschaftete den Zeichner bereits aus und wurde nach der Rückreise in den USA festgenommen. Beim Mordkomplott scheint Geldgier eine bedeutende Rolle gespielt zu haben, zumal Pseudomoslems(Al-Qaida) im August 2007 100.000$ Kopfgeld ausgesetzt hatten.

Mordpläne – nur wegen einem schnöden Bild(Hier die Variante im „Barock-Stil“):

So lange es hitzige Reaktionen aufgrund solcher Bilder gibt(und es ist völlig unerheblich, ob man hierbei in seinen religiösen Gefühlen verletzt wird), wird es immer wieder neue neue Bilder geben. Das kann ich auch als nicht-Prophet weissagen. Fundamentalisten werden lernen müssen, dass ihr Hass und ihre Gewalt exakt das Gegenteil des beabsichtigten hervorrufen wird. Erschreckend waren übrigens auch die Reaktionen zu folgendem Werk:

Deutlich zu erkennen: Jesus als Rondellhund. Errichtet von Stig Ramsing

Es gab nämlich keine Reaktion – zumindest keine wütende. Sicher gibt es auch von vergleichbaren Reaktionen von radikal-christlicher Seite zu berichten. Es kann und wird jedoch nicht sein, dass Gewalttätigkeit und Erpressung das Verhalten von Menschen diktiert. Diese Zeiten waren einmal.

Auch Moses wurde desöfteren karikiert:

Vielleicht muss Religion thematisierende Kunst ja in Zukunft wie das folgende Bild von Thomas Kvam aus Norwegen aussehen, um einen Unbedenklichkeitsschein ausgestellt zu bekommen:

Die Zeichnung des Propheten Mohamed in unsichtbarer Tinte.

Bei aller Liebe: Viele der Mohammed-Karikaturen, die ich bisher gesehen habe, sind schlicht nicht gut gelungen und sind es im Prinzip nicht wirklich wert, sich darüber zu echauffieren. Die letzte Nicht-Karikatur von Kvam halte ich allerdings für gelungen. Für einen völligen Fehltritt halte ich jedoch die unsouveränen, ja fast schon kindischen Reaktionen von fundamentalistischer Seite. Diese Reaktionen wirken wie die eines Kleinkindes, dem man das Spielzeug weggenommen hat. Sie erinnern mich manchmal auch mehr an Clowns denn an Reaktionen von ernstzunehmenden Menschen, allerdings eher an solche des Clowns aus Stephen Kings ‚Es‘. Also durchaus an nicht wünschenswertes Verhalten. Ich bin angesichts solcher Ereignisse fast schon geneigt, selbst zum Stift zu greifen, und sämtliche Propheten und Religionen aufs Korn zu nehmen. Einfälle hätte ich da, zumal der Kult rund um Personen und Gebäude durchaus den realen Stoff enthält, ihn als Polytheismus und Götzendienst darzustellen. Aber ich bin kein guter Zeichner, also lasse ich es. 🙂


Vertrag von Lissabon beschert der Piratenpartei einen zweiten Parlamentssitz

Der schwedische Ableger der Piratenpartei sprach sich gegen den Vertrag von Lissabon aus, profitiert jedoch davon, und verdoppelt die Präsenz im Parlament, wie man auf TorrentFreak nachlesen kann:

Ironically, The Pirate Party was against the Lisbon Treaty, which has now doubled the number of seats the party has in the European Parliament.

Den Sitz BEKOMMT Amelia Andersdotter, die mit 22 Jahren nun als jüngste Abgeordnete im EU-Parlament sitzt.

Ein Video-Interview mit ihr über sich und die schwedische Piratenpartei findet sich beim Telegraph.


Europawahl – die Piraten machen sich klar zum ändern

image Die Piratenpartiet hat Schweden geentert, und satte 7,1% aller Stimmen erbeutet. In Deutschland kommt sie immerhin auf 0,9% und erfüllt ihr selbstgestecktes Ziel, auf Anhieb über 0,5% zu kommen. In einer ersten öffentlichen Mitteilung der Piratenpartei nach der Wahl verkündet sie:

Nach einem Wahlkampf, den die etablierten Parteien routiniert gelangweilt führten, sind die Stimmen ausgezählt und die großen sowie die kleinen Sieger gekürt. Zum ersten Mal trat die Piratenpartei bundesweit an; mit beachtlichem Erfolg!

Mit 0,9% der Stimmen erreichte die Piratenpartei das beste Wahl-Ergebnis ihrer jungen Geschichte und konnte 229.117 Wähler für sich gewinnen.

In Deutschland, wo die Mitgliederzahl der Piratenpartei sich während des Wahlkampfes von 900 auf etwa 1200 steigerte, wurden 0.9% der abgegebenen Stimmen erreicht. Spitzenkandidat Andreas Popp freute sich über das Ergebnis: "Wir traten zum ersten Mal zu einer Europawahl an. Und obwohl wir bei vielen Wählern noch kaum bekannt waren, haben wir ein solches Ergebnis erzielt. Das zeigt uns, dass sich viele Bürger mit unseren Zielen identifizieren." Popp weiter: "Ganz besonders möchte ich allen Leuten danken, die uns unterstützt haben! Ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Unser Minimalziel von 0,5% haben wir mehr als erreicht. Jetzt geht es erst richtig los."

Und ich glaube ihnen dies. Jährlich stehen ihnen nun 160.000€ Parteienfinanzierung zu, die sie ganz sicher nicht für die Organisation von LAN-Partys oder den Kauf von Killerspielen und DRM-geschützter Musik ausgeben.

Mehr lesen und mitdiskutieren kann man am besten vor Ort – auf deren Internetseite.

Für die Zulassung zur anstehenden Bundestagswahl braucht die Piratenpartei übrigens noch Unterstützungsunterschriften. Formulare gibt es hier: http://ich.waehlepiraten.de/

Die Piratenpartei ist basisdemokratisch, weitgehend Netzkulturell(das heißt: offen, direkt am Bürger, inhaltlich transparent sowie Papiersparend) organisiert, personell überwiegend jung und frech(im positiven Sinne), und trifft hiermit den Nerv vieler Junger Menschen. Nicht mit einer Obamamanischen Vision von einer “besseren Welt”, sondern mit dem pragmatischen – sie bezieht Position für die Rechte junger Digitalkonsumenten. Sie gehört hierbei zu den wenigen Parteien, die während des EU-Wahlkampfes insbesondere im Internet mit am besten aufgestellt war, und wird daher schon von den ersten mit Argwohn beäugt, und es wird bereits prophezeit, dass sie instrumentalisiert werden:

Schließlich aber, da kann man gewiss sein, wird es den Piraten im Internet so ergehen wie ihren Vorbildern in der Karibik. Denn wenn die Piraten im siebzehnten Jahrhundert ihre Verstecke verließen und gegen die alte Macht(Spanien) segelten, so taten sie das mit Kaperbriefen der Engländer oder Franzosen.

Sagt jedenfalls die Süddeutsche.

Hier ein interaktiver Wahlatlas, bei dem die Wahl der PIRATEN visuell dargestellt wird.