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PI-News spint mal wieder.

In der Regel spinnt PI, hier spint PI.

PI-Version:

Originalversion:

Da der gemeine PI-Kommentator lediglich die Überschrift kommentiert, fallen die Kommentare natürlich entsprechend aus:

Zur Quasselbude geht’s hier entlang(PDF).

In einem Kommentar zeigt sich die Wirkung der Überschrift in ihrer Konsequenz:

Denn nicht “die Taliban” wurden von der Liste gesetzt, sondern fünf Talibani, genauer: Ex-Taliban-Funktionäre.

Steilvorlagen für Verschwörungstheoretiker gab es auch…

Nein, solchen antisemitischen Theorien und Feindstaatengerüchten wird bei PI nicht widersprochen. Im Gegenteil:

Und so weiter, und so fort.


Immer diese Fatwas…

Der Moslem berichtet – und die Kommentarspalte spiegelt mal wieder den ganzen Irrsinn, den man in den letzten Jahren in zig Blogs und Diskussionsforen lesen musste.[…]

Via Arne Hoffmann.

Dort wird berichtet:

Der mächtige Imam Shaikh Adel Al Kalbani hat eine Todes-Fatwa gegen das Gespann Henryk M. Broder und seinen Partner Stefan Herre ausgesprochen, berichtet das malaysische Fatwa-Portal e-Fatwa.

Der Imam, der schon vor einiger Zeit weltweit Aufmerksamkeit damit errungen hatte, dass er das Musikhören als un-islamisch verdammt und dagegen eine Fatwa ausgesprochen hatte, begründete seine Fatwa gegen die beiden berüchtigten deutschen Hassprediger damit, dass deren "christlich-jüdisches Teufelswerk erst die Ermordung der muslimischen Schwester Marwa El-Sherbiny ermöglicht" habe. (Übersetzung durch einen beauftragten Diplom-Dolmetscher, die Red.)

Hier die Fatwa.

Klick!

Aber es wird auch beruhigt:

Eine Hoffnung gibt es jedoch für das Gespann: der mächtige Imam hat auch einmal eine Fatwa storniert, die er selbst ausgesprochen hatte: er habe sich geirrt und von ungenauen Quellen fehlleiten lassen. Möglicherweise überdenkt er auch in diesem Fall sein Todesurteil.

Die Reaktionen in der “Islamkritischen” Welt fielen exakt wie erwartet aus.


Geschmackloses und die Blinden.

Es sind nun wirklich keine erfreulichen Nachrichten, wenn jemand enthauptet wurde. Insbesondere dann nicht, weil der Grund dafür ist, dass er nicht einfach zum Islam übergetreten ist, wie es ein paar Islamisten gerne gehabt hätten, sondern ihn zunächst studieren wollte, um sich anschließend zu entscheiden(was ja vernünftig ist, wobei ich wohl anders reagiert hätte). Mal abgesehen davon, dass die Islamisten offenbar den Koran überhaupt nicht kennen(sonst hätten sie diese Schandtat ja nicht begangen), gibt es etwas völlig anderes, das mir am Artikel auffällt:

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Im Presseartikel steht, dass jemand, der nicht eilig zum Islam konvertierte, von Extremisten ermordet wurde. In einer direkt dazu geschalteten Werbeanzeige wird nun dazu aufgefordert, zum Islam zu konvertieren. Was zur Hölle soll das? Über derartige Geschmacklosigkeiten rege sogar ich mich auf.

Zwar haben die Pipi-Plogger einen Artikel über das eigentliche Thema geschrieben(natürlich nicht, ohne der Sachlage einen ideologischen Spin zu geben), aber offenbar fiel ihnen dieses pikante “Extra” aus der eigenen Quelle wohl nicht auf. Selbst nach 24 Stunden scheint nicht ein einziger PImmentator die Quelle gelesen zu haben, bei der einem diese völlig unpassend platzierte Werbung förmlich ins Gesicht springt. Daran erkennt man schon recht gut, wie blind und leichtgläubig die PIsche Kommentatorenschar ist. Und da sie die Quellen nicht überprüfen(der Aufschrei wäre denkbar groß gewesen), ist auch nicht anzunehmen, dass sie die vielen Lügen von PI-News überhaupt als solche erkennen.


Mehr Truppen für Afghanistan aus Deutschland

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Reuters berichtet, dass Deutschland 600 weitere Soldaten nach Afghanistan entsendet. Italien entsendet 500, und die USA “schlappe” 17.000.

Zugleich stockt Deutschland die Finanzielle Hilfe für Afghanistan von 80 auf 170 Millionen Euro auf. Das alles klingt danach, als bahnt sich ein Kurswechsel am Hindukusch an. Die bisherige US-Strategie steht auf dem Prüfstand.

Laut Bundesverteidigungsminister Jung sollen 200 der 600 zusätzlichen Soldaten für die Absicherung der anstehenden Wahlen in Afghanistan abgestellt werden, schreibt das Handelsblatt. Insgesamt gibt das neue Mandat der Bundeswehr die Möglichkeit, noch weitere 400 Soldaten nach Afghanistan zu schicken. In einem Kommentar im dem Kölner Stadtanzeiger schreibt Markus Decker davon, dass es im Strategiewechsel auch darum gehe, Gebiete nunmehr nicht nur zu erobern, sondern auch langfristig abzusichern. Hierfür wollen sich die USA unter Obama nun verstärkt dem zivilen Wiederaufbau zuwenden, was sehr Personalintensiv ist.

Der Tagesspiegel drückt es noch deutlicher aus:
”auch Aufbauhilfe ist nötig, um die Bevölkerung im Kampf gegen Taliban und Al Qaida auf die eigene Seite zu ziehen”. Zudem verrät der TS, dass die 17.000 der US-Soldaten eher eine “Vorhut” ist. 30.000 US-Soldaten wurden angefordert. Der Rest wird in Marsch gesetzt, sobald die neue Strategie mit den Europäischen Staaten abgestimmt ist.

Worauf US-Verteidigungsminister Gates hinauswill, wird in der Süddeutschen etwas näher beschrieben. Auch in der Deutschen Welle wird ein weiterer Aspekt beschrieben: Die Finanzquelle der Taliban und Al-Qaida, der Anbau von Schlafmohn und der Handel mit Heroin sollen eingedämmt werden.

Nach der Obamanie macht die US-Regierung nun also Nägel mit Köpfen: Raus aus den Irak, rein nach Afghanistan. Gut, das eine rücksichtsvoll, das andere mit Priorität. Das konnte man aus seinen Worten im Wahlkampf schon heraushören, wenn man genau hingehört hat. Die Truppen werden “entsprechend der Situation im Lande abgezogen”. Solange Terroristen das Land unsicher machen, werden Soldaten gebraucht, denn ansonsten wäre zu erwarten, dass die Terroristen das ganze Land erobern.

image Truppenaufstockungen und Kriegseinsätze sind in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg generell unbeliebt. Auch der NATO-Einsatz im ehemaligen Jugoslawien war in der Bevölkerung sehr umstritten, und brachte die damalige Rot-Grüne Regierung an den Rand der Regierungsauflösung, da der damalige Kanzler Schröder den Grünen mehr oder weniger die Pistole auf die Brust gesetzt hatte, indem er das fortbestehen der Regierungskoalition von dieser Frage abhängig machte. Die Grünen wollten jedoch politisch etwas bewirken, und sich als regierungsfähige Partei etablieren. Die Spitze der Grünen ignorierte die Parteibasis und stimmte dem ersten Auslandseinsatz nach dem zweiten Weltkrieg zu. Massenaustritte aus der Partei waren die Folge.

image Diese neue Situation macht es trotz Obamamanie für die SPD im Superwahljahr 2009 schwierig, nach links verlorene Schäfchen wieder einzusammeln. Ein Trumpf, mit dem die SPD hierfür während es Wahlkampfes aufwarten kann, ist die höhere Konzentration an Wirtschaftspolitischer Kompetenz. Bei Erstwählern lässt sich hiermit jedoch nur schwerlich punkten. Für diese muss ein Kandidat vor allem nah an der Bevölkerung sein.

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