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Libyen: Die Gerüchteküche der VTler

“USA setzen Uran-Munition in Libyen ein”

Das titelt der Iranische Staat heute und bezieht sich auf den Text einer übereifrig engagierten “Stop the War Coalition”, der diese Behauptung nicht stützt.

Es kursieren bereits “Übersetzungen” des STWC-Artikels, in denen eben dies – anders als im Original – ebenso behauptet wird.

Dieser Text leitet im Original folgendermaßen ein(Hervorhebung von mir):

In the first 24 hours of the Libyan attack, US B-2s dropped forty-five 2,000-pound bombs. We do not know if these massive bombs, along with the Cruise missiles launched from British and French planes and ships, contained depleted uranium (DU) warheads.

In keinem Teil des Textes ist ein Hinweis darauf zu finden, ob nun Uran-Munition eingesetzt wird oder nicht. Es wird lediglich suggeriert, dass es so sein könnte, weil es in der Vergangenheit wohl passiert sein mag. Der Text gibt jedoch nicht her, dass in Libyen DU-Munition eingesetzt wurde oder wird. Dies ist zunächst einmal eine unbelegte Behauptung des Iran.

Die o.g. Einleitung liest sich in der deutschsprachigen “Übersetzung” folgendermaßen:

In den ersten 24 Stunden des Überfalls auf Libyen warfen B-2-Bombenflugzeuge der Vereinigten Staaten von Amerika fünfundvierzig 1.000-kg-Bomben ab.

Diese gewaltigen Bomben sowie auch die von britischen und französischen Schiffen abgefeuerten Cruise Missiles trugen alle Sprengköpfe mit abgereichertem Uran (DU).    

Aus “We do not know” wurde in der Übersetzung ein “Wir sind uns sicher.”

Es geht dabei noch weiter.

Im Original heißt es dabei später:

In the first 24 hours of the attack by the US and its allies £100 million worth of ordnance was used on Libya.

In der Fehlübersetzung, die praktisch nur auf rechtsradikalen Websites verbreitet und ernstgenommen wird, heißt es plötzlich ganz anders:

In den ersten 24 Stunden „verbrauchten“ die „Alliierten“ 100 Millionen britische Pfund für DU-Munition.

Hier wurde der Begriff “ordnance” fälschlicherweise mit “DU-Munition” übersetzt.

Richtig übersetzt ist es jedoch ein sehr allgemeiner Begriff und bedeutet:

Ausrüstung, Waffen und Munition
oder auch ganz einfach: Militärmaterial

Das ist eine billige Nummer, liebe VTler, eine ganz billige Nummer.

Nachtrag: Die VT-Website “Junge Welt” griff diese antiamerikanischen Lügen ebenfalls wohlwollend auf, womit sie wohl Einzug ins Linke Argumentationsrepertoire finden werden. Wie viele weitere Unwahrheiten sich darin befinden, ist nur schwer überschaubar.

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Dokutip: “White Terror”

Die Filmbeschreibung:

Im Laufe der letzten fünf Jahre hat sich innerhalb der radikalen Gruppen der Rechtsextremisten eine bedeutende Wandlung vollzogen. Die Veteranen sind entweder zu alt für den politischen Kampf geworden oder inzwischen verstorben. Neue Ideologen tauchen überall in Europa, Nordamerika und Russland auf. Sie haben nicht immer einen kahl rasierten Schädel und sie haben Unternehmen, Vertriebsfirmen, Musikclubs, Zeitschriften, Verlage oder auch Internetseiten gegründet und alte Symbole durch neue ersetzt.
Als Ergebnis einer zunehmenden Globalisierung, der Auflösung klarer Grenzen und einer rasanten Verbreitung neuer Technologien mussten die USA und Schweden schockiert feststellen, dass ihre Jugend zu rassistischer Gewalt anstachelt, dass diese zunehmend die ganze westliche Welt, aber auch Russland und seine Nachbarländer angesteckt hat. Die über das Internet und eine zunehmende Zahl von Büchern, Pamphleten, Zeitschriften, CDs, Audio- und Videokassetten verbreitete rassistische Propaganda gewinnt eine ständig wachsende Zuhörerschaft. In diesem Zusammenhang scheint die neonazistische Ideologie neue Territorien erobert und einen fruchtbaren Boden für ihre Propaganda gefunden zu haben.
Für ihre Jugend ist die Vergangenheit virtuelle Geschichte, in der das Reale nicht von seiner Nachahmung unterschieden werden kann. Ihre Vorstellungen von der Zukunft sind düster und bedrohlich. Nahezu 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die USA zur Hochburg des Neonazismus geworden.

Die Doku dauert ca. 1,5 Stunden und lässt sich –> hier ansehen.


30 Jahre technischer Fortschritt

Sehr interessant. vor 30 Jahren gab es im Golf von Mexiko schon einmal eine Ölkatastrophe. Hierbei zeigen sich erstaunliche Parallelen zur gegenwärtigen Katastrophe. In 30 Jahren hat sich die Technik offenbar nur in einerlei Hinsicht weiterentwickelt: Die Bohrtiefe.


Radiobeitrag: ACTA

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/02/13/drk_20100213_1420_ffe90685.mp3%20

Eine ganz fiese Nummer.


Ist Obama ein Muslim, Sozialist oder Antichrist? manche sagen: Ja

Telepolis klärt vor allen Dingen darüber auf, *wer* Obama so abgrundtief bösartig findet:

24 Prozent der Anhänger der Republikaner sagen, US-Präsident Obama könne der Antichrist sein, 22 Prozent meinen, er stehe auf der Seite der Terroristen, für 76 Prozent ist er Sozialist, für 57 Prozent Muslim, 51 Prozent meinen, er wolle die Souveränität der USA opfern und die Macht an eine Weltregierung geben. Zudem glauben die Republikaner mehrheitlich, er habe gegen die Verfassung verstoßen und wolle den Amerikanern ihre geliebten Waffen nehmen. 45 Prozent sagen, er sei nicht in den USA geboren und sei daher nicht rechtmäßig Präsident, für 42 Prozent ist er ein Rassist, 40 glauben, er mache, was die Wall Street ihm sagt, und 38 Prozent sagen, er mache viele Dinge, die auch Hitler gemacht hat.

Allerdings haben nach der Umfrage auch allgemein die Amerikaner in erschreckendem Maße diese krausen Ansichten. Zwar relativieren sich hier die Positionen der Republikaner, aber 14 Prozent aller US-Bürger sagen, Obama könne der Antichrist sein, für 40 Prozent ist er ein Sozialist, für 32 Prozent Muslim, für 25 Prozent nicht rechtmäßig Präsident oder für 23 Prozent antiamerikanisch.

Die Gräben gehen nicht nur zwischen den Demokraten und den Republikanern, sondern die Einstellungen hängen natürlich auch von der Bildung ab, was ebenfalls nicht für die Reprublikaner spricht. Je weniger gebildet die Menschen sind, desto eher vertreten sie Unsinn, also dass Obama Rassist oder Sozialist ist, dass er macht, was Hitler getan hat, anti-amerikanisch ist oder den Amerikanern das Recht auf Waffen nehmen will.

An dieser Stelle verlinke ich mal ganz dezent auf den Politblogger.


Menschenrechte: USA prangern Islam-Feindlichkeit in Europa an

WELT-Online schreibt einen für dieses Blatt ungewöhnlichen Artikel.

Die US-Regierung sorgt sich um die Menschenrechte in Europa. Laut einem jetzt veröffentlichten Bericht ist sie unzufrieden mit der Situation der Muslime. Kritisiert werden das Minarettverbot in der Schweiz, das Kopftuchverbot an deutschen Schulen und gewalttätige Übergriffe in mehreren Staaten.

Mehr gibt es hier.

Manchmal braucht es wirklich den neutralen Blick aus relativ unbeteiligter Perspektive, auch wenn dort ebenfalls nicht alles bestens ist.


Evangelikale Apokalyptiker

Ein kleiner Film über Evangelikale

Das ist aber noch relativ harmlos.

Hier gibt es etwas über evangelikale Apokalyptiker zu lesen. Auszug:

Die Breitenwirkung von "christlichen" Endzeitextremisten, die in den USA seit dem Erfolg der 1979 gegründeten "Moral Majority" als politisches Sprachrohr fundamentalistischer Kreise fungieren, ist nicht zu unterschätzen. Ihre Geschichtsprophetie zielt auf eine "letzte Schlacht um Gottes Reich" und benötigt zwingend die Weltverschwörung, wahlweise durch Kommunisten, säkulare Humanisten, Friedensaktivisten, "Perverse" (besonders Homosexuelle), liberale Christen, Katholiken, UNO, Europa oder aktuell in erster Linie durch den Islam.


Amazon wegen rechtsextremen Büchern angezeigt

Die ZEIT schreibt:

Die deutsche Vertretung des American Jewish Committee (AJC) stellt Strafanzeige gegen den Online-Buchhändler Amazon. Er habe „volksverhetzende, strafbare Schriften“ mit rechtsextremen und antisemitischen Inhalten auf seinen Internetseiten vertrieben. Wie ein Mitarbeiter des AJC am Donnerstag in Berlin mitteilte, wird die Anzeige der Staatsanwaltschaft München voraussichtlich am Freitag zugestellt.

http://www.zeit.de/online/2009/31/amazon-anzeige-antisemitismu

Der Standard schreibt:

Wie der "Tagesspiegel" weiter berichtet, wirft das AJC Amazon vor, gezielt für Bücher mit "volksverhetzendem Inhalt" geworben zu haben. Mindestens seit Februar 2008 seien bei der Suchmaschine Google Anzeigen für den "Rudolf-Report" geschaltet worden.

(…)

Eine Amazon-Sprecherin erklärte, das Unternehmen biete "selbstverständlich" keine verbotenen oder indizierten Titel an. Bei der Frage, ob Amazon Titel aus seinem Angebot entfernen sollte, sei das Unternehmen aber mit Rücksicht auf das Recht der freien Meinungsäußerung zurückhaltend. "Wir glauben, dass die richtige Antwort auf diskussionswürdige Literatur nicht deren Entfernung ist, sondern mehr Diskussion."

http://derstandard.at/fs/1246542932947/Amazon-droht-Anzeige-Verdacht-auf-Vertrieb-rechtsextremer-Buecher

Siehe dazu auch:

Amazon löscht Kundenmeinungen

Amazon löscht Bücher mit homosexuellem Inhalt

Amazon löscht gekaufte eBooks

 

Also kurz: Amazon löscht Kundenmeinungen, gekaufte Bücher und homosexuelle Inhalte – (Meinungsäußerung, legal erworbenes, Sexuelle Ausrichtung). Aber beruft sich ausgerechnet bei Holocaustleugnung und Volksverhetzung auf die Meinungsfreiheit? Das kann ich auf jeder Neonazi-Homepage haben – dafür braucht es kein Amazon. Ich empfehle der anwaltlichen Abteilung von Amazon  einmal,  sich mit dem Index Jugendgefährdender Schriften, dem Deutschen Strafgesetzbuch und einschlägiger Rechtssprechung (z.B. 1 BvR 23/94) auseinanderzusetzen, und lieber gestern als heute einen Rückzieher zu machen.

Aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts:

Infolgedessen endet der Schutz von Tatsachenbehauptungen erst dort, wo sie zu der verfassungsrechtlich vorausgesetzten Meinungsbildung nichts beitragen können. Unter diesem Geschichtspunkt ist unrichtige Information kein schützenswertes Gut.
[…]
Bei der untersagten Äußerung, dass es im Dritten Reich keine Judenverfolgung gegeben habe, handelt es sich um eine Tatsachenbehauptung, die nach ungezählten Augenzeugenberichten und Dokumenten, den Feststellungen der Gerichte in zahlreichen Strafverfahren und den Erkenntnissen der Geschichtswissenschaft erwiesen unwahr ist.

“Global denken, lokal handeln” ist für viele globalisierte Unternehmen ein Leitspruch. Er meint unter anderem, dass die jeweils lokale Ausformung des Unternehmens mit der lokalen Gesetzgebung harmonieren soll. Dies scheint insbesondere für Inhaltsanbieter, unter anderem für Amazon, dann aber doch etwas schwieriger zu sein, als man zunächst annehmen sollte.

image

http://www.h-ref.de/personen/rudolf-germar/rudolf-report.php

Der von Amazon im Auftrag zweier Amazon-Kunden angebotene Rudolf-Report ist nicht “Diskussionswürdig”, sondern Holocaustleugnung, für die der Autor bereits zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

Epic Fail


Warum man den Iran nicht verteufeln darf

In der ZEIT gibt es einen interessanten Artikel von einem Nahost-Experten zum Thema.

Kurz zwei Punkte, die dort angesprochen werden:

– Der Iran hat als souveräner Staat ein Sicherheitsbedürfnis
– Selbst wenn der Iran irgendwann einmal Atomwaffen besäße – die Verwendung hätte die Vernichtung des Iran zur Folge. Dem ist man sich sicher auch dort bewusst.

Einfach mal selbst lesen…

Link


Menschenrechte aus der Perspektive Amerikas

Amerika prangert Deutschland wegen Verstoßes gegen die Menschenrechte an!

Gegenstand der Rüge, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung von religiösen Minderheiten. Dabei kommt die Kopftuchdebatte in Deutschland besonders zur Sprache.

Das fortschrittlichste Land der Welt, spricht sich gegen eine Diskriminierung von Muslima aus, die wegen ihrer Kopfbedeckung im deutschen Alltag, wie auch im Berufsleben oft diskriminiert werden. Religiöse Rechte zu schützen, wird in Deutschland zum Instrument einer Islamdebatte, die in einer modernen Demokratie widersprüchlicher nicht sein kann. Man stellt sich hier lieber als Retter der Zivilisation dar und nimmt in Kauf, dass auch Muslima die das Kopftuch selbstbewusst tragen möchten, keine Chance auf eine ordentliche Religionsausübung haben.

Ein Beispiel für emanzipierten Umgang mit dem Kopftuch, die Neomuslima, wenn auch mir der Begriff neu ist und verständlicher Weise umstritten. Das Kopftuch als Selbstfindungsprozess, als eine Hilfestellung sich gegen äußere Einflüsse immun zu machen. Wofür sie Respekt verdient, denn in einer Zeit, wo es wichtiger scheint mehr abzulegen als anzulegen, muss es ein ungeheurer Akt der Selbstdisziplin sein, seine Schönheit nicht zur Schau zu stellen dafür aber den eigenen Kopf anzustrengen.

Wozu mir ein Zitat der Firstlady der Türkei einfällt in dem sie sagt:

„Das Kopftuch verdeckt mein Haar und nicht mein Gehirn!“

Jeder Frau in Deutschland steht es frei sich gegen Unterdrückung aufzulehnen. Dass es für viele Frauen nicht leicht ist sich gegen prügelnde unterdrückende Männer oder Familien auszusprechen ist Fakt, aber Fakt ist auch, dass eine Entscheidung, die sie nicht selber treffen darf, ihr nicht dabei hilft, sich zu wehren. Eine Regierung kann und darf die Rechte der Frauen schützen, sie darf ihr aber nicht eine mündige Entscheidung verbieten, wenn auch aus edlen Motiven heraus, denn genau das macht sie wieder unmündig!
Wenn die Muslima unterdrückt wird und Hilfe braucht, stehen ihr verschiedene Hilfsleistungen des Sozialstaates sowie auch Hilfsorganisationen zur Verfügung, selbst wenn sie nicht ausreichend Deutsch spricht. Das mag zynisch klingen in manch einem Ohr, doch es ist das Recht jeder mündigen Bürgerin sich zu bedecken oder es sein zu lassen und es ist ihre freie Entscheidung Hilfe anzunehmen. Indem die Regierung mit einem Verbot die Rechte der einen stärken möchte, nimmt sie der anderen das Recht auf Religionsfreiheit.

Frauennothilfe

Huda Netzwerk für Muslimische Frauen e.V.

AWO “Internationales Frauenhaus“