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Mehr Mut für Wiener Blut – Die FPÖ und der Rassismus

Das rassistische Plakat:

Auf Facebook hatte eine Gruppe umgehend reagiert:

Herr Strache wirbt ja neuerdings mit "Mehr Mut für unser Wiener Blut. Zuviel Fremdes tut niemandem gut."
Mit dieser Rhetorik sind wir wirklich nur noch einen Beistrich von "Haltet unser Blut rein" entfernt und wir wissen alle, wie DIE Geschichte ausgegangen ist.

Nun, auf das Wiener Blut hat die FPÖ dankenswerterweise kein Monopol. Und um ihnen das unter die Nase zu reiben, gehen wir gemeinsam Blutspenden. Egal, ob es ein Nigerianer bekommt, eine Türkin oder ein Österreicher – mein Wiener* Blut geb ich für alle gleich gern.

Und wenn ihr Nicht-Österreicher seid, dann um so besser – damit erhöht ihr die Chance, dass der Herr Strache, sollte er jemals einmal einen Unfall haben und eine Bluttransfusion brauchen, plötzlich Ausländerblut in den Adern hat. Und, seien wir uns ehrlich, dass wär so zuckersüße Ironie, dass man fast Diabetes davon bekommen würd.

Es war langsam Zeit, dass die FPÖ die Katze aus dem Sack lässt.

Man sollte davon ausgehen können, dass dieses eindeutig rassistische Plakat, das sich in eine lange Reihe weiterer Ausfälle einreiht, eine breite Diskussion über Rassismus und Nationalismus auslösen wird. Letztlich darf es nicht dazu kommen, dass sich die FPÖ aus dieser selbstgemachten Schlinge befreit.

Strache prophezeite zwar, dass diesen Plakaten eine “Integrationsdebatte” folgen werde, die nicht er, sondern seine Gegner initiieren werden, Fakt ist allerdings, dass mit Beginn dieser Plakataktion zahlreiche FPÖ-Sympathisanten durch sämtliche relevanten österreichischen Kommentarbereiche von Nachrichtenseiten ziehen, um vom Rassismus abzulenken, und auf die sogenannte “Überfremdungsproblematik” hinzuweisen – und zwar entsprechend der Cyber-SA-Strategie. Nur als Beispiel sei ein Artikel in der Presse genannt.

Das schlimmste, was der FPÖ jetzt passieren kann – das ist eine Diskussion über Rassismus, Geschichtsaufarbeitung, NS-Nostalgie und vor allem eine Diskussion darüber, wie man neuen Zuwanderern die Integration erleichtert – und die weitergehende Diskussion über die Korruption und das Abkassieren, das unter der FPÖ passierte: Buwog, Hypo, Saddam Hussein usw.

Siehe auch:
Treffen der Rechtsextremen in Japan
Die Vergangenheitsbewältigung
Österreich und die Türken

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Ein Weg zur Verständigung

Es ist nicht so, dass nur bestimmte Personengruppen Vorurteile hegen. Vorurteile gibt es überall.

In Wien ging man daher den Weg, die “Muslim Jewish Conference” ins Leben zu rufen. Es ist eine Art “JuMuDia” in einem größeren, internationalen Stil.

Die Idee zur „Muslim Jewish Conference“ wurde im Rahmen der Harvard Conference geboren, dort traf der Jude Sichrovsky auf einen muslimischen Studenten aus Pakistan. „Wir haben zwölf Stunden am Stück diskutiert, dieses persönliche Erlebnis hat mich sehr geprägt.“ Aus dem Treffen sei eine Freundschaft entstanden, die nun seit drei Jahren bestehe. „Ich war überrascht wie schnell sich die Vorurteile in Luft aufgelöst haben. Diese Erfahrung möchte ich auf der Konferenz auch anderen Menschen ermöglichen.“

In kleinerem, regionalen Stil gibt es immer wieder auch andere solcher Veranstaltungen. So wie diese hier: