Schlagwort-Archive: zensur

Anonymous goes Iran.

Anonymous operation Iran

Na das ist doch mal was. Es sei erinnert an:

Operation Egypt

Operation Egypt

und Operation Tunisia:

Operation Tunesia

Zensur bei PI-News – war ja zu erwarten.

Einen interessanter Blogeintrag beim Politblogger zeigt, wie genau man es bei PI-News eigentlich mit der Wahrheit nimmt, und wie man mit Richtigstellungen umgeht.

Ein (nun wohl ehemaliger) PI-News Leser wandte sich mehr oder weniger geläutert mit einer etwas längeren eMail an den Politblogger.

Sie beginnt mit ein paar Fakten:

Sehr geehrter Herr Näher,

PI hat heute diesen Artikel veröffentlicht:

http://www.pi-news.net/2010/02/ethnische-europaeer-menschen-zweiter-klasse

Ich habe im Kommentarbereich mehrfach darauf hingewiesen, dass praktisch alle Fakten darin falsch und offensichtlich bewusst verzerrt wiedergegeben werden:

Zunächst einmal ließ man den Täter nicht, wie PI behauptet, mit einer ‘Ermahnung’ laufen; er ist vielmehr zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

‘Despite the seriousness of the attack, Miah, 25, was given a six-month jail sentence, suspended for two years, by Mrs Blair, who was sitting as a part-time judge at Inner London Crown Court.’

Quelle

Zweitens ist nicht nur der Täter ein Muslim, sondern auch das Opfer, das über den Angriff und seinen Angreifer unter anderem die folgenden interessanten Dinge zu sagen hat, welche PI selbstverständlich gerne verschwiegen wissen möchte:

‘He said: ‘What that man did to me was not the behaviour of a good Muslim. He behaved like an animal. He is not human. Devout Muslims don’t beat each other up.’

‘I am Muslim as well, and that’s not the way I was taught to behave.’

Quelle: wie oben

Drittens droht der Richterin in dem Fall, Cherie Blair, eine Untersuchung, weil sie wohl tatsächlich die angebliche ‘Religiosität’ des Angeklagten zum Anlass nahm, eine mildere Strafe zu verhängen. Auch das verschweigt PI.

‘Cherie Blair faces inquiry for leniency to Muslim.’

Quelle

So weit so gut. Eigentlich. Aus Korrekturen lernt man ja. Wenn da nicht Ecos “Punkt 4” wäre(dazu ganz unten mehr).
Was dann nämlich seitens PI-News passierte, ist für externe Beobachter und insbesondere für jene, die selbst schon einmal einen Account beim Blog von Stefan Herre hatten, wohl voraussehbar. Ich erlaube mir mal, den Rest der eMail mit einzufügen:

Nachdem mein erster Beitrag, in dem ich auf all dies unter Angabe der Quellen hingewiesen habe, gelöscht wurde, habe ich das Ganze, verteilt auf mehrere andere Kommentare, noch einmal dargestellt. Diese wurden ebenfalls gelöscht. Die Beiträge des Users ‘Kairos’, der mir in meiner Kritik zustimmte, wurden gleichfalls gelöscht. Das Gleiche gilt für verschiedene Beiträge, in denen der User ‘lorbas’ das merkwürdige ‘Kommentaresterben’ bei PI bemängelte. Auch der Beitrag des Users ‘Nonkonformist’ wurde gelöscht, nachdem er sich kritisch über die Löschung meiner Kommentare geäußert hatte.

Zum Dank dafür, dass ich die Lügen Ulfkottes entlarvt habe, die PI selbstverständlich willfährig deckt, weil sie ins ideologische Muster passen, wurde ich schließlich unter Moderation gestellt. Der Artikel von PI schließt übrigens mit dem folgenden sehr bedenklichen Absatz, der exakt auf den Punkt bringt, warum nach dem Willen von PI unter anderem die Tatsache unbedingt geheim bleiben musste, dass das Opfer in diesem Fall selbst ein Muslim war:

‘Stellen Sie sich einmal vor, ein ethnischer Brite würde einem zugewanderten Muslim mit Faustschlägen einfach so den Kiefer brechen. Glauben Sie allen Ernstes, der Täter würde dann mit 228 Euro Strafe davonkommen?’

Nun habe ich in der Vergangenheit im Kommentarbereich immer wieder besonders üble Artikel von PI kritisiert und insbesondere einzelne Kommentare, die besonders verleumderisch, rassistisch oder menschenverachtend waren (was bei PI leider häufig vorkommt). Dass PI aber so weit gehen würde, sich Fakten in dieser Form hinzubiegen, hätte ich bei allem Schlechten, was man zu Recht über die Seite sagen kann, gleichwohl nicht erwartet. Ich muss insofern zugeben, dass Sie, mindestens hinsichtlich der Redaktion, mit ALLEN Vorwürfen recht haben, die Sie gegen PI erheben.

Vereinzelt gibt es zwar unter den PI-Usern auch sehr vernünftige Kommentatoren, denen an einem sinnvollen Austausch gelegen ist und die sich unfraglich auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit bewegen; von der Mehrzahl der User kann das aber leider nicht behauptet werden. Was die PI-Redaktion angeht, so verbreitet sie bewusst Lügen und versucht anschließend, diese zu vertuschen. Es geht also nicht um berechtigte Islamkritik, sondern ausschließlich darum, Vorurteile zu schüren und Rassismus zu pflegen. Viele Kommentatoren goutierten die heutige Täuschung leider sogar und verlangten, dass man die Lügen Ulfkottes allen Menschen zugänglich machen möge, damit sie die ‘Wahrheit’ kennen lernen.

Ich möchte anbei die Gelegenheit nutzen, mich in aller Form von PI zu distanzieren, obwohl ich stets darauf geachtet habe, mir deren Positionen im Einzelnen nicht zueigen zu machen.Trotzdem muss ich zugeben, mich in dieser Seite getäuscht zu haben: Dieses Ausmaß an Verlogenheit und bewusster Täuschung hätte ich jedenfalls nicht erwartet.

Ich möchte Sie daher bitten, die Gelegenheit zu nutzen, einen Artikel über diese Geschehnisse zu schreiben, um aufzuzeigen, worauf sich die Furcht vor dem angeblich zu erwartenden ‘Bürgerkrieg’ im Einzelnen stützt, die PI zu erregen sucht, und was es wirklich bedeutet, mittels Zensur und Tatsachenverdrehung eine ‘DDR 2.0′ zu zelebrieren.

Leider habe ich nicht von Anfang an alle gelöschten Beiträge per Screenshot gesichert. Ich übersende Ihnen aber das Material, das ich noch machen konnte.

Leider geht es PI, wie unter anderem diese Geschehnisse eindrucksvoll belegen, nicht im Mindesten darum, auf tatsächliche oder wahrgenommene Missstände aufmerksam zu machen oder gar seriöse, fundierte und konstruktive Kritik zu üben. Es geht allein darum, eine günstige Stimmung für eine Hexenjagd zu erzeugen, und es handelt sich dabei eindeutig um ein Anliegen der Redaktion, das diese im Zweifel entgegen alle Fakten zu verfolgen bereit ist. Das ist aufs Schärfste zu missbilligen. Ich kann Ihnen bei Ihrem Einsatz gegen PI daher nur viel Erfolg wünschen.

Mit freundlichen Grüßen

aberratioictus

Einige Screenshots gelöschter Kommentare sowie ein Kommentar vom Politblogger dazu findet sich eben dort –> PI im Zensurwahn

Ein Teil davon muss ich hier aber auch wiederholen: “Nein, dass bei PI unliebsame Kommentare gelöscht wurden, liegt nicht an der imaginären linken Unterwanderung.”

Ein solches Verhalten wird man wohl bei der Mehrheit der “Islamkritischen” Websites finden, die einen nennenswerten Zulauf haben. Anders als mit der systematischen Unterdrückung von Widersprüchen lässt sich eine “Kulturelle Hegemonie” mit gemeinschaftlichem Wir-Gefühl, wie man es bei PI und bei vergleichbaren Websites findet, schlicht und ergreifend nicht erzeugen. Zu groß ist die Gefahr, dass innerhalb der “Gemeinschaft” erkannt wird, dass von “oben” her mit Lügen und Propaganda gearbeitet wird. Jeder Kommentarbereich in den von PI-News so gehassliebten “MSM” ist in diesem Bezug ungefilterter, als PI-News.

Der Urfaschismus nach Umberto Eco, Punkt 4:
Während die Wissenschaft mangelnde Übereinstimmung als nützlich für die Bereicherung des Wissens erachte, sei fehlende Übereinstimmung für den Urfaschismus Verrat.

Das Buch “SOS-Abendland” von Ulfkotte habe ich im übrigen hier.

Zwei Zitate daraus zeigen im Prinzip schon den Kern seiner Denkweise:

Zitat 1:

Södertälje ist der Inbegriff für gescheiterte Integrationspolitik in Europa. Und keine andere europäische Stadt belegt anschaulicher, dass nicht nur der Islam, sondern vor allem der islamische Kulturkreis das Hauptproblem ist: Denn fast alle in Södertälje lebenden Mitbürger aus dem islamischen Kulturkreis sind Christen.

Das versteht man unter “Islamkritik” in Anführungszeichen. Es geht schlicht um Ausländer. Genauer: Außereuropäer, vielleicht auch: “Nichtarier”. die Religion bzw. deren Auslegung ist da nicht relevant.

Zitat 2:

In den Räumen der Hamburger Handelskammer fand im Jahre 2007 sogar ein Seminar statt, bei dem die Teilnehmer lernten, wie man sich in Deutschland gegenüber Mitbürgern aus arabischen Staaten verhält. Dank der Direktflugverbindungen etwa von Dubai nach Hamburg werden immer mehr kaufkräftige Araber in deutschen Großstädten erwartet. Und die müssen sich nicht etwa an europäische Werte und Sitten anpassen -nein, in der Handelskammer Hamburg konnte man lernen, wie man sich alt Deutscher an die Reisenden aus dem Orient anzupassen hat.

Und vom globalisierten Business hat Ulfkotte offenbar auch keinerlei Ahnung, denn man macht sich nun einmal über seine internationalen Handelspartner schlau und kennt die kulturellen No-Gos. So ist das nun einmal, wenn man seinen eigenen Laden nicht in den Ruin treiben möchte.

Bei dieser Gelegenheit hier mal so ziemlich alle von mir gesammelten Kuriositäten zu PI-News.
Neueres steht am Ende der Liste:
PI-News: Wenn es nichts zu hetzen gibt, geht die Paranoia wacker weiter…
Einkaufsführer für Moslems – schlimmschlimm…
4 Jahre PI-News
Wer denn nun? (Hass auf Israel)
Die Lügen von PI-News: Frauenbeschneidungen im Islam?
Politically Incorrect – Antisemitismus bei PI-News
Die PIsche Kontaktanzeige
Die geheuchelte Israelsolidarität von Pro-Köln
Bahnt sich ein Umdenken bei den PImaten an?
Durban II Boykott: PI-NEWS fälscht mal wieder Online-Umfragen.
Doofe Nuss
Dokumentation: Anti-Islam-Kongress in Köln 2008/2009
PI-News lässt die Maske fallen
Geschmackloses und die Blinden.
Ein typischer PI-News Leser?
PI-NEWS sieht im Mörder von Marwa S. einen Marinus van der Lubbe
PI-News und Lubbe – Kritik der Islam”kritik”
PI-News – 45 Minuten Dummfug
Eine PIskussion bei PI-News
PI-NEWS: “White Pride World Wide” nur zwei Klicks entfernt
Wie man PI-News erfolgreich foppt (Siehe auch: Das nationalistische Monatsmagazin "Zuerst")


Schäubles Abhörzentrale

Am Nachmittag des 23.08.2009:

taz 

Am Abend des 23.08.2009:

taz 

24.08.2009 (13.36 Uhr):

taz

24.08.2009 (19.42 Uhr):

taz

25.08.2009 (15.20 Uhr):

image

25.08.2009 (17.58 Uhr):

 taz

Das kann man quasi als Versionshistorie eines taz-Artikels bezeichnen.

Der Originalartikel [2] [3] [4] hier per Copypasta:

Telefon- und Internetüberwachung: Schäubles Abhörzentrale – taz.de

23. Aug. 2009
Telefon- und Internetüberwachung.
Schäubles Abhörzentrale.

Der Innenminister erklärt seinen Länderkollegen, sie hätten zu wenig Personal und Geld für die Überwachung und eröffnet in Köln eine Bundesabhörzentrale. Ohne rechtliche Grundlage.

VON MEIKE NABER.

Watching You: Wolfgang Schäuble hat die Überwachungsinstrumente als Innenminister weit ausgebaut
Foto: ap.

Ein vertrautes Kamingespräch in Bad Sarow im vergangenen Jahr: Bundesinnenminister Wofgang Schäuble (CDU) will mit einer Bundesabhörzentrale die Überwachung von Telefon und Internet perfektionieren. Doch vorher muss er die Ministerkollegen der Länder von seiner Idee überzeugen. Und das geht am besten über die Finanzen.

Auf dieser Konferenz eröffnet Schäuble also seinen Länderkollegen, auf welche Gefahren die Sicherheitsdienste nur unzureichend vorbereitet sind: Kriminelle und Terroristen tarnen sich, indem sie ausländische Telefon- und Internetanbieter benutzen, ihre IP Adressen durch Anonymisierung unkenntlich machen und den Internetverkehr verschlüsseln.

Das Bundesinnenministerium resümiert in einem Dokument, das der taz vorliegt: die Sicherheitsdienste verfügen über zu wenig neue Technik und Fachleute, um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können. Es muss dringend gehandelt werden. Ab Januar 2009 hat sich dies verschärft. Seither ist die zweite Stufe der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung in Kraft.

Telefon- und Internetanbieter müssen nun alle Verbindungsdaten von Festnetz, Mobiltelefon und auch Internet ein halbes Jahr lang speichern. Bei E-Mails und SMS werden die Inhalte erfasst, beim Mobilfunk kommt die Funkposition hinzu. Aus dieser verdachtsunabhängigen Vorratsdatenspeicherung ergibt sich ein komplettes Sozial- und Bewegungsprofil der Bundesbürger.

Voraussetzung: Die Daten müssen irgendwo gespeichert werden. Doch dafür sind kleine Telekommunikationsanbieter technisch nicht gerüstet. Und hier setzt Schäuble mit seiner Bundesabhörzentrale an, die er gerade für über 100 Millionen Euro in Köln hat bauen lassen.

Der Minister setzt damit in mehrfacher Hinsicht Maßstäbe. Denn beim “Service- und Kompetenzzentrum Telekommunikationsüberwachung” (TKÜ) im Kölner Bundesverwaltungsamt handelt es sich um eine Regierungsbehörde, die keine sein darf. Denn bislang ist die Überwachungslandschaft in Deutschland mit 75 Abhörposten föderal gegliedert. Ihr fehlen die die gesetzlichen und institutionellen Voraussetzungen. Sie hat datenschutzrechtliche Probleme. Sie unterliegt keiner Kontrollmöglichkeit.

Elmar Lecher, vom Chaos Computer Club (CCC) sagt: “Neudeutsch nennt sich das Outsorcing. Die Polizeien und Geheimdienste lagern ihre Abhörtätigkeit an eine zentrale Stelle aus. Eine neu geschaffene Behörde, die diese technische Dienstleistung für das Bundeskriminalamt, den Bundesverfassungschutz, die jeweiligen Landesverfassungs- und – kriminalämter und die regionalen Landespolizeien – durchführen kann.”

Ausgerechnet das Verwaltungsamt des Bundes (BVA) mit Sitz in Köln wurde von Wolfgang Schäuble für die gemeinsame Abhör-Infrastruktur ausgewählt. Polizeiliche Abhörmaßnahmen zur Abwehr des internationalen Terrorismus sollen also nach dem Willen des Bundesinnenministers in Zukunft in einer gewöhnlichen Verwaltungsbehörde untergebracht sein.

Woher das Fachpersonal und die Kompetenz kommen soll: das Bundesinnenministerium bleibt die Antwort schuldig. In einem vertraulichen Bericht des Bundesrechungshofs aus dem Jahr 2008 wird das kritisiert. In dem Papier, das der taz vorliegt, äußern die Rechungsprüfer erhebliche Zweifel daran, dass neutrale “Verwaltungsangestellte” den Aufgaben in der Abhörzentrale technisch und inhaltlich gewachsen sind. Außerdem besitze das Bundesverwaltungsamt gar nicht die technischen Sicherheitswerkzeuge, um etwa bei Rechnerausfällen trotzdem noch auf alle Daten zugreifen zu können.

Auch das Hauptargument des BMI, eine zentrale Abhörstelle sei günstiger, widerlegen die Rechnungsprüfer. Im Gegenteil: Schäuble habe Kosten verschwiegen. Geringere Qualität bei zumindest gleichen Kosten sei die Folge, lautet das Urteil des Bundesrechnungshofs.

Für Jörg Radek, Gewerkschaftschef der Bundespolizei und Hauptpersonalrat im BMI, bedeutet Schäubles Überwachungszentrale auf jeden Fall ein Mehr an Bürokratie: “Wir brauchen Mitarbeiter die polizeiliche Analyse machen können, die sich in der Dunkelfeldforschung auskennen. Und dieses Personal hat das BVA ja gar nicht. Das BVA ist ein Verwaltungsamt und genauso wenig eine Polizeibehörde wie das Bundesamt für Geodäsie.” Für ihn bedeutet die Superbehörde ein “Mehr an Verwaltungsaufwand und zusätzlichem Rückfragebedarf.”

Ein weiteres Problem der Bundesabhörzentrale betrifft ihre rechtliche Verankerung. Weil sie nur als Verwaltungskooperation von Polizei und Geheimdiensten deklariert wird, hat das Ministerium noch keine gesetzliche Grundlage geschaffen, die regelt, welche Personen in diesem Rechenzentrum was abhören dürfen.

So darf das Bundesamt für Verfassungsschutz viel weniger Abhören als das BKA, wenn es im terroristischen Bereich ermittelt. Das verfassungsgemäße Trennungsgebot von Polizeibehörden und Geheimdiensten schreibt das vor.

Der Grüne Bundestagsabgeordnete Hans Christian Ströbele, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste warnt: “Das BMI scheut die Festlegung in einem Gesetz, das die Kompetenzen tatsächlich abgrenzen würde. Wenn beispielsweise der BND , der für Auslandsaufklärung zuständig ist, schließlich auch noch mit eingemeindet wird, weil die Technik für alle ja so gut funktioniert, dann haben wir am Ende eine zentrale Deutsche Sicherheitsbehörde”.

In Deutschland unterstehen die verschiedenen Sicherheitsbehörden jeweils anderen Chefs und eigenen Aufsichten: etwa dem Bundesfinanzministerium, dem Bundesinnenministerium, und auch dem Bundeskanzleramt. Diese Trennung ist gewollt um nicht zu viel Entscheidungskompetenz und Überwachungskapazität und in einer Hand zusammenzufassen.

Wie das vertrauliche Dokument der gemeinsamen Innenministerkonferenz 2008 in Bad Saarow belegt, versucht Wolfgang Schäuble, seinen Länderkollegen eine nationale Abhörzentrale nach US-amerikanischem Vorbild schmackhaft zu machen.

Er spekuliert darauf, dass auch die Bundesländer in Zukunft die neue Bundesabhörzentrale nutzen werden müssen. Denn die Länder sehen sich erheblichen Haushaltszwängen ausgesetzt, Nachbesserung in zusätzlicher Sicherheitstechnik ist für sie nur schwer realisierbar. “Sollte also in einem Bundesland eine Fahndungspanne oder gar ein terroristischer Anschlag passieren, kann man hinterher sagen: das liegt doch daran, dass sich dieses Bundesland dem Angebot widersetzt hat, das wir so kostengünstig anbieten”, erklärt der Sprecher für Innere Sicherheit von Bündnis 90/ Die Grünen, Wolfgang Wieland.

Wolfgang Schäuble schafft mit der bundeseigenen Abhörzentrale politische Fakten durch finanzielle Sachzwänge. Ein schwerwiegender Eingriff in die Kompetenzen der föderalen Polizei- und Landesbehörden, denn Polizeihoheit und Innere Sicherheit sind in Deutschland immer noch Ländersache. “Wenn man das nicht will, muss man eine neue Sicherheitsarchitektur in Deutschland anstreben. Dann muss man das aber politisch auch ganz klar artikulieren.

Es geht mehr als nur darum, neue Technik einzuführen. Es geht darum, eine neue Sicherheitsarchitektur auf kaltem Wege einzuführen,” sagt Frank Richter von der Polizeigewerkschaft in NRW. Geopfert werden durch Schäubles zentraler Sicherheitsarchitektur auch die gewachsenen Ermittlungsstrukturen vor Ort. Denn die regionalen Ermittlungsbeamten kennen die Verhältnisse sehr genau.

“Der Umweg über technische Aufrüstung bei gleichzeitigem Personalabbau erzeugt eine trügerische Sicherheit. Wie bei der Videoüberwachung: wenn Personal fehlt, nutzen die Bilder nur dem Staatsanwalt, aber nicht dem Opfer” , sagt Frank Richter. Entgegen der ursprünglichen Planung des BMI nutzen zurzeit nur BKA und Bundespolizei die gemeinsame Abhöreinrichtung.

Ursprünglich sollte auch der Bundesverfassungsschutz mit am Start sein. Aufgrund öffentlicher Kritik, insbesondere durch den Bundesbeauftragten für Datenschutz, Peter Schaar, musste da BMI bereits zurückrudern. Die fehlenden rechtlichen Grundlagen sollen nach Angaben des Innenministeriums noch erarbeitet werden. Nach den Bundestagswahlen.

Bleibt die Frage, ob die Bundesabhörzentrale, die unter dem Deckmantel einer Verwaltungseinheit firmiert, von den Verfassungsrichtern in Karlsruhe aufgehalten wird. Im September wird Karlsruhe endgültig über die Vorratsdatenspeicherung entscheiden. Gut möglich, dass damit auch die Bundesabhörzentrale ihre Legitimation verlieren könnte.

Bundesdatenschützer Peter Schaar sieht in ihr die Grundrechte tangiert. Alle beteiligten Behörden in der Verwaltungskooperation würden der Entscheidungskompetenz des Bundesinnenministeriums unterliegen. Schaar sagt: “Das ist wirklich etwas anderes als bloß eine gemeinsame ,Computernutzung’”

via hartz4abzocke.com

Was immer die zwei “Unstimmigkeiten” sein sollten – wenn es andere sind, als im Via angegeben – ich würde es gern wissen.


HR-Info – Zensur und Politik im Internet

Löschen statt sperren

HR-Info hat heute eine insgesamt interessante Beitragsreihe zum Thema Zensur im Internet und Politik im Internet ausgestrahlt. Zu Wort kommen hierbei:

 

1. Markus Beckedahl (www.netzpolitik.org und Netzpolitik-TV)

Heftige Reaktionen auf "Zensursula"

Stopp-Schilder im Internet: Was für Ministerin Ursula von der Leyen und die Bundesregierung ein entscheidender Schritt ist im Kampf gegen Kinderpornografie, ruft bei denjenigen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, Unverständnis hervor – und heftige Reaktionen: Die Ministerin muss sich Vergleiche mit den Herrschern totalitärer Staaten wie China oder Saudi-Arabien gefallen lassen. Jan Eggers ist der Frage nachgegangen: Weshalb hat Ursula von der Leyen die Internet-Generation derart heftig gegen sich aufgebracht?

Link zum Radiobeitrag
(MP3-Version)

2. Thorsten Wirth (Piratenpartei HessenProfilauf Abgeordnetenwatch)

Wieviel Kontrolle braucht das Internet?

Braucht das Internet keine Regulierung? Das fragt hr-iNFO den Spitzenkandidaten der Piratenpartei in Hessen, Thorsten Wirth. Die Piraten treten für freien Zugang zu allen Internet-Angeboten ein und warnen vor Zensur. Wirth ist davon überzeugt, dass es in Zukunft einen gesellschaftlichen Konsens geben werde, dass das Netz frei und ohne Zensur bleibt.

Link zum Radiobeitrag
(MP3-Version)

3. Stefan Niggemeier (www.bildblog.de und www.stefan-niggemeier.de/blog/)

Wie politisch ist die neue soziale Bewegung im Netz?

Politische Blogs im Internet erfreuen sich größter Beliebtheit. Das Netz ist für knapp die Hälfte der User mittlerweile die erste Adresse, wenn es darum geht, sich politisch zu informieren. Diesen Umstand nutzen auch Blogs, deren Inhalte zumindest fragwürdig erscheinen – zum Beispiel der Blog "Politically-Incorrect", kurz pi-news.net, eigenen Angaben zufolge Deutschlands meistgenutzter politischer Blog. Wie der einzuorden ist, fragt hr-iNFO den Medienjournalisten und Blogger Stefan Niggemeier.

Link zum Radiobeitrag
(MP3-Version)

4. Sabine Müller (HR-Info)

Warum sich Obama wie Goethes Zauberlehrling fühlt

US-Präsident Barack Obama liebt die neuen Medien und nutzt sie so virtuos wie kein anderer Politiker. Aber auch seine Gegner wissen, wie sie Twitter, Youtube, Blogs und Foren für ihre Zwecke einspannen – und das bekommt die Politik schmerzhaft zu spüren. Denn immer öfter hat sie mit den wildesten Verschwörungstheorien zu tun. Sabine Müller mit Beobachtungen aus den USA.

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