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Friedmann im Gespräch mit Türken über Sarrazin

Mal wieder Friedmann ist es, der zeigt, wie man vernünftig auf einen Sarrazin reagiert, ohne ihm das Wort zu reden – man nickt nicht unkritisch ab, was am Stammtisch geschwätzt wird, sondern lässt genau diejenigen Menschen der Gesellschaft zu Wort kommen, über die ansonsten gesprochen wurde. Diejenigen nämlich, welche als einzige von den Aussagen Sarrazins betroffen sind. Denn was bringt denn Sarrazins Mainstream-Rassismus, wenn den betroffenen nicht die Chance gegeben wird, darauf zu reagieren? Integration lebt vom Dialog, und natürlich auch vom Handeln. Sei es Obst und Gemüse, sei es gesellschaftliche Veränderung.

Dabei darf und muss es natürlich auch kritische Fragen geben, und es darf und muss auch gefordert werden – und zwar wechselseitig. Dies ist aber nur in einer Athmosphäre des gegenseitigen Respekts möglich. Die Diskussionskultur der Vorwürfe und Schuldzuweisungen, des Schimpfens und Schmollens muss seit Sarrazin erneut aufgebrochen werden – genau das wird hier getan.

Das komplette Video als Playliste bei N24.de:
N24 Friedmann

Einen Ausschnitt gibt es bei YouTube:

A propos Friedmann – einen Vernünftigen Beitrag zum Thema Broder gab er dem Deutschlandradio. (via Fareus)

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Henryk M. Broder: Isch kandidiere

Der Berufspöbler Henryk ‘Ich darf das’ Broder möchte gerne Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland werden. Der Zentralrat sei in “einem erbärmlichen Zustand”, werde kaum noch ernst genommen und führe sich als das gute Gewissen Deutschlands auf.

Im Tagesspiegel führt er “genüsslich polemisch” auf, was ihn denn stört, und beschreibt weiterhin konkret, was er ändern möchte:

Ich werde mich dafür einsetzen, dass Holocaustleugnung als Straftatbestand aufgehoben wird. Das Gesetz war gut gemeint, hat sich aber als kontraproduktiv erwiesen, indem es Idioten dazu verhilft, sich als Märtyrer im Kampf um die historische Wahrheit zu inszenieren. Unser aller Problem ist nicht der letzte Holocaust, dessen Faktizität außer Frage steht, sondern der Völkermord, der vor unseren Augen im Sudan stattfindet.

Wir brauchen nicht noch mehr Holocaustmahnmale und Gedenkstätten, sondern eine aktive Politik im Dienste der Menschenrechte ohne politische Rücksichtnahme auf wirtschaftliche Interessen. Wer vom Kampf der Dissidenten in China und der Verfolgung der Baha’i im Iran nichts wissen will, sollte auch am 27. Januar und am 9. November zu Hause bleiben.

(…)

Ich werde mich um gute Beziehungen zu den in Deutschland lebenden Moslems bemühen. Nicht zu religiösen Eiferern oder türkischen Nationalisten, die den Paragrafen 301 des türkischen Strafgesetzbuches („Beleidigung des Türkentums“) verteidigen oder verharmlosen und sich um jede Stellungnahme zu der Armenierfrage drücken, sondern zu solchen, die für eine strikte Trennung von Staat und Religion und für eine säkulare Gesellschaft eintreten.

Ich bin überzeugt, dass es keine partikularen jüdischen Interessen gibt. Ob jemand koscher isst oder halal oder doch lieber Kassler, ist Privatsache. Ebenso wann und zu welchem Gott er betet. Religionsfreiheit beinhaltet auch das Recht, areligiös und antireligiös zu sein und sich über den eigenen und seiner Nachbarn Gott lustig machen zu können, ohne deswegen bedroht zu werden. Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat sind die Werte, die offensiv verteidigt werden müssen.

Von Juden, Christen, Moslems, Atheisten, Agnostikern, Häretikern, von Ariern und Vegetariern, Frauen und Männern, Heteros und Homos – meine Kippa liegt im Ring.

Ich weiß ja nicht, ob er das ernst meint… Es wirkt eher wie eine Bewerbung für ein höheres politisches Amt. Aber es scheint tatsächlich Leute zu geben, die seine Kandidatur unterstützen. Ob es am Teil mit der Holocaustleugnung liegt?


Williamson nimmt Holocaustleugnung nicht zurück

Williamson “Williamson soll in einer Ecke schweigen”, sagt Bischof Bernard Fellay, generaloberer der umstrittenen Bruderschaft “Pius X”. Genau so klingt auch die “Entschuldigung” des Holocaustleugners Williamson. Sinngemäß: “Hätte ich mal lieber nichts gesagt”. Dies ist wohl das resultat der Beratungen mit dem Holocaustleugner David Irving.

Er soll nicht schweigen, sondern Klartext reden. Schwanger oder nicht schwanger? Holocaust oder nicht?

Der Vatikan jedenfalls lässt Williamson abblitzen. Die Entschuldigung erfülle nicht die Vorgaben des Vatikans. Dies zeigt die klare Kante des Vatikans, dass Holocaustleugnung inakzeptabel ist. Andererseits sind dem Vatikan auch die Hände gebunden, denn nach kanonischem Recht ist die Exkommunikation aufgrund der Holocaustleugnung nicht möglich. Im Sinne des Jüdisch-Christlichen Dialogs sollte dies meiner Haltung nach jedoch ermöglicht werden, indem sie zum Beispiel als Häresie geltend gemacht wird. Der Zentralrat der Juden in Deutschland, repräsentiert durch Charlotte Knobloch, fordert daher weitere Schritte.

Möglich wäre es, dass Williamson in Deutschland angeklagt, und per Europäischen Haftbefehl ausgeliefert wird, so Bundesjustizministerin Zypries:

Grundsätzlich fällt das Delikt unter die Regelung des europäischen Haftbefehls. Das heißt, Deutschland könnte einen solchen Haftbefehl ausstellen

Siehe auch: Williamson in London