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Lesetipp: Die Deutschen und ihre Muslime

Ein ausgewogener Kommentar von Wilhelm Heitmeyer(also nicht irgendwer) bringt vieles auf den Punkt:

Zu lange hat man in Deutschland die Probleme der Integration geleugnet: Vor allem konservative Politiker wollten nicht wahrhaben, dass wir ein Einwanderungsland sind. Deshalb ist viel versäumt worden – vor allem die gezielte Förderung der Migrantenkinder. Diesen Versäumnissen folgt jetzt öffentlicher Druck. Ihn entfachen Leute wie Thilo Sarrazin, indem sie unakzeptabel verallgemeinern. Was weiß Herr Sarrazin schon über türkische Gemüsehändler? Während die früh morgens auf dem kalten Großmarkt schuften, sitzt er im warmen Zuhause und später in der Bundesbank.

Ohne Frage gibt es manchen Nachholbedarf. Ich halte aber wenig davon, so zu tun, als sei Integration bisher überhaupt nicht gelungen. Damit wird man den Bemühungen beider Seiten nicht gerecht. Nur ein Beispiel: In Deutschland gibt es so viele türkische Realschüler und Abiturienten wie nie zuvor. Richtig ist, dass es noch mehr werden müssen. Umso fataler, dass selbst gut ausgebildete Migranten ausgebremst werden. Erwiesenermaßen kommt Mehmet, der eine Bewerbung verschickt, bei gleicher Qualifikation seltener zum Zug als Peter. Das muss uns Sorgen machen.

Hier kann man weiterlesen. Ich kann ihm so weit in allem zustimmen und gehe noch ein Stück weiter als er: Das undifferenzierte und aggressiv-fremdenfeindliche Gebahren von Strömungen wie PI-News und Pro-Köln befeuert Islamismus in Deutschland. Ob dies Dummheit oder volle Absicht ist, vermag ich jedoch noch nicht zu beurteilen.

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Die Aussagen Sarrazins führen zur Gründung der “Vereinigten Migrantenpartei Deutschland”

Tja… mal ein Copy’n Pase-Beitrag, der nichts weiter bezeichnet, als die Unfähigkeit sämtlicher etablierten(von Linkspartei bis DVU) und Kleinparteien(u.a. Piratenpartei), sich ernsthaft für die Belange von Migranten einzusetzen:

Die volksverhetzenden Aussagen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin haben weitreichende politische Folgen: Die auf investigative Sachbücher spezialisierten Bestsellerautoren Marita Vollborn und Vlad Georgescu haben gemeinsam mit dem ehemaligen Ausländerbeauftragten der Stadt Duderstadt, Mohammed Esmail, in der Nacht zum 2.10.2010 die Vereinigte Migrantenpartei Deutschland gegründet. Die gemäß Parteiengesetz öffentliche konstituierende Sitzung wird in der kommenden Woche stattfinden, der genaue Termin wird samt Einladung rechtzeitig und öffentlich angekündigt.

"Die politisch geduldeten verbalen Verunglimpfungen von Jürgen Rüttgers und Thilo Sarrazin haben uns gezeigt, dass Migranten hierzulande keine politische Gegenstimme haben", erklärt Georgescu, und: "Die Vereinigte Migrantenpartei Deutschland bietet ab heute die Möglichkeit, die Interessen aller Bundesbürger mit ausländischen Wurzeln zu vertreten".

Die Vereinigte Migrantenpartei Deutschland ist eine demokratische Partei, die das Grundgesetz derBundesrepublik explizit anerkennt und für die Völkerverständigung innerhalb der Bundesrepublik eintritt. Die Partei wird sich darum bemühen, alle Bundesbürger mit Migrationshintergrund zu gewinnen: Die Zweitstimme auf den Bundesdeutschen Wahlscheinen wird ab sofort Migranten die Möglichkeit geben, gegen das von Rüttgers und Sarrazin propagierte Image aktiv und demokratisch anzukämpfen. Darüber hinaus sind auch Bundesbürger ohne Migrationshintergrund eingeladen, Mitglieder der Partei zu werden.

Sehr viele der 5,6 Mio. Migranten mit deutschem Pass sind bestens ausgebildet und besetzen wichtige Stellen der Gesellschaft, und jene, die nicht diese Chance hatten, tragen durch ihre Arbeit ebenfalls zum Aufbau des Landes bei. Dieses Potenzial wird die Vereinigte Migrantenpartei nutzen.

Die Vereinigte Migrantenpartei wird auf der konstituierenden Sitzung ein einfaches, sehr transparentes und extrem praktikables Parteiprogramm vorstellen.

Es braucht nur einen einzigen Tropfen, der das Fass…

http://www.presseportal.de/pm/31336/1486363/lifegen_de_ltd


Integration

Fundstück, das ich niemandem Vorenthalten möchte:

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Integration bedeutet doch, dass zwei unterschiedliche Teile sich durch Anpassung angleichen und zu einer gemeinsamen Schnittmenge verschmelzen, oder?

Eigentlich nicht. Erste Versuche zur Integration hatten wir mit den Behinderten unternommen, denen per Quote und Förderung der Einstieg ins Berufsleben, mit Rampen und Blindenampeln der Zugang zum und die Bewegung im öffentlichen Raum ermöglicht werden sollte.

Auch Frauen sollten per Quote und Beauftragte ins Berufsleben integriert werden, bekamen gar ihre eigenen Parkplätze (wie die Rollifahrer).

Für eine Gemeinsamkeit ist da nicht viel bei rum gekommen, auch mit mehr Präsenz bleiben Behinderte immer noch Exoten, die man am liebsten im Abseits, möglichst nicht am Nachbartisch in Restaurant und Hotel haben möchte, und Frauen verdienen weiterhin deutlich weniger, werden weiterhin tagein und -aus mit tumben Sexismus konfrontiert.

Von ‚Integration'(tm) reden wir immer dort, wo uns Dominanzen ganz gut passen, eigentlich zwar keine Aufnahmebereitschaft besteht, aber ein bißchen guter Wille an den Tag gelegt werden soll, damit wir leichter über das Gejammer aus dem Abseits hinwegkommen Cool

Von ‚Integration'(tm) reden wir immer dann, wenn wir das Gegenstück – nämlich die Emanzipation – vermeiden wollen, in der die per Dominanz Ausgegrenzten nicht lieb, artig und geduldig bittebittebitte sagen, sondern dreist und selbstbewußt auf ihre Rechte und ihre Geltung pochen.

Wir sind eine Gesellschaft, die gerne von Integration redet … und sich jetzt schon fürchtet, dass rein demografisch-demokratisch ja demnächst die Rentner dominant würden … wenn wir uns jetzt nicht schnell was einfallen lassen Lachen

Also ‚integrieren‘ wir sie schnell in die Politik und spenden (oh unter welchem Protest!) ein Extraprozent Rente, bevor sich da eine Rentnerpartei auf die Hufe stellt, die sich um Parlamentshürden wenig sorgen müsste. So kommt’s auch weit besser rüber, wenn wir einen ‚Generationswechsel‘ in der Politk fordern, denn so bleibt es klar, dass jeder, der ein gewißes Alter erreicht hat, nicht mehr mitzureden hat, da es immer nur eine Generation ist, die was zu sagen haben darf.

Wir sind eine Gesellschaft, die gerne von Integration redet … und eigentlich nur aus der Generation besteht, die genau weiß, wie die Jugend an sie heranzuziehen ist, die genau weiß, wieviel den Alten so gerade noch zusteht … auch an Supermarktskassenzeit.

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Welcher Teil dabei jetzt die Grundlage bildet an den sich der andere Teil orientieren kann…. wer sind wir schon das zu entscheiden?

Es ist entschieden, indem Dominanzen gesetzt sind. Und die müssen nicht einmal vom dominierenden Teil gesetzt sein, es reicht vollends, wenn der die billigt, weil er meint, dass er sich am ehesten mit ihnen arrangieren, sich so einen Vorteil verschaffen kann.

Auch Hitlerdeutschland hatte nur recht wenig echte Faschisten und Menschenverachter, aber eine breite Mehrheit, die sich da nun in den Vorteil rücken sah, die drauf hoffen konnten, in der Zurücksetzung anderer selbst bevorzugt zu werden.

Jetzt sind wir in einer hoffnungslosen Zeit, jetzt muss also gezeigt werden, dass andere zu Unrecht bevorzugt werden. Ob jetzt in Österreich verkündet wird, dass man mit Kopftuch umgehend eine Riesenwohnung bekommt .. oder ob vor 30 Jahren dem Kollegen mit dem appen Bein gesagt wurde, dass er sich ja keine Sorgen um seinen Job machen muss, weil ihm als Krüppel ja keiner ans Leder kann … es macht keinen Unterschied, man will sich einfach als wen besseren sehen, der drum besseres verdient hat.

Die Integrationsfrage ist mir drum reichlich schnuppe, denn ich komme gerade aus Bochum. Da wurden nicht Migranten integriert, sondern da stand man zusammen, jung und alt, alle Ratsparteien, Gewerkschaften und Kirchen, Schulen und Verbände, Deutsche x-ter, 2. und 1. Generation nebst Deutschen ohne Pass … und war sich einig und darin stark "WIR SIND BOCHUM".

Keine Dominanzen, sondern vielfarbiges und vielfältiges Selbstbewußtsein derer, die je so stolz auf sich sein können und wollen, dass ihnen der Respekt vorm anderen keinen Zacken aus der Krone bricht, sondern Echo findet. Ein Klima, in dem der Rollifahrer dann nach’ner Stunde zu seinem Nachbarn scherzen kann »Schon *****, wenn man auf zwei Beinen stehen muss«, weil die Blicke auf den Rolli langsam aber sicher immer neidischer werden, je länger die Reden werden Lachen

Von Integration war da keine Rede, sondern davon, was wir für die Ausbildung unserer Jugend tun, was wir für die Kultur und das Miteinander in unserer Stadt machen, was wir gegen unsere Nazis machen, von denen’s auch in der Türkei mehr als genug hat.

Migration und ‚Integration’sfragen sind eine enorme Chance für diese sich immer weiter zerklüfftende Gesellschaft, denn gegen die Dämlichkeit ihrer Widersacher und gegen ihr dumpfes Streben nach nationalistischer Dominanz wächst in dieser Gesellschaft wieder etwas zusammen, entsteht Solidarität und ein Sozialbewußtsein, mit dem dann wie in Köln eine Stadt urplötzlich geschlossen dasteht, von linken Antikapitalisten über Taxifahrer bis zur Einzelhandelskammer.

Da kommt eine Gemeinschaft hervor, mit der wir unsere Porbleme gemeinschaftlich und auf vielfältigste Art und Weise in Angriff nehmen können. Und da stehen die Migranten und Migrierten nicht als Bittsteller und Almosenempfänger da, sondern als Partner, auf deren Beitrag zu verzichten schlicht blöd wäre.


Größter norddeutscher Hindu-Tempel in Hannover eingeweiht

Bild: Hindu-Figuren Ein weiterer Schritt für die Anerkennung internationaler Religionen in Deutschland ist die Einweihung eines neuen Hindu-Tempels in Hannover. Sein Name: “Sri Muthumariamman Tempel”. Er ist der “alldurchdringenden Schöpferin des Lebens” gewidmet.

Im Vergleich zu Jüdischen, Moslemischen und Christlichen Zuwanderern gibt es mit rund 45.000 Hindus relativ wenige Menschen dieser Religion in Deutschland. Umso erfreulicher ist es, dass sie, ebenso wie Christen, Juden und Moslems, ihr Recht, ihre eigenen Religiösen Bauten zu unterhalten, in Anspruch nehmen. Aus diesem Grunde nahmen in Hannover ca. 1.000 Menschen aus Europa und Amerika an der Einweihungszeremonie für den nach eineinhalb Jahren Bauzeit fertiggestellten Tempel teil. Für Hindus ist eine solche Einweihung ein sehr Glücksbringendes Ereignis. Ebenso wertvoll, wie jahrelanges Beten.

Rund neun Jahre lang wurden für die finanzielle Grundlage zur Erstellung des Tempels Spenden gesammelt. Daher kann die hinduistische Religionsgemeinschaft stolz auf sich sein, dieses Werk endlich vollbracht zu haben. Nun müssen sie ihre Zeremonien nicht mehr in einem alten Fabrikgebäude abhalten.

Die Hannoversche Bürgermeisterin Ingrid Lange (Grüne) gab sich ebenfalls erfreut: “Der Hindu-Tempel ist eine Bereicherung für Hannovers Religionsvielfalt”

Eine Presseerklärung anlässlich dieses Ereignisses gab der Hannoversche Tamilische Hindu-Kulturverein e.V. auf Deutsch heraus.

Nähere Informationen zu den großen Weltreligionen liefert das Haus der Religionen.

Bilder und Presseinfos zum Ereignis: Spiegel, Evangelischer Pressedienst, Religionen-in-Hannover.de, RP-Online